Vor ein paar Wochen habe ich das was ich zum „normalen“ Leben benötige endlich aus meiner alten Heimat holen können. Eine Transporter-Ladung voll mit Möbeln, Büchern, Schallplatten (ja, sowas besitze ich noch) und diverser Deko, die ich „retten“ konnte. Mehrere Tage habe ich gewerkelt, gebohrt, geschraubt, dekoriert um so etwas wie mein „Heim“ zu bauen. Vor Kurzem habe ich dann „entrümpelt“. Danach konnte ich dann (vorerst) das Kapitel „altes Leben“ abschließen. Es ist noch lange nicht alles fertig und ein paar Sachen stehen noch in der alten Heimat, weil ich sie noch nicht mitnehmen konnte, aber ein neues (richtiges) Sofa ist nun auch endlich auf dem Weg.
In den letzten Wochen war es merkwürdig dort zu sein. Alles war vertraut. Der Dönermann erinnerte sich an meine Leibspeise, die Nachbarn grüßten freundlich und waren geschockt, als ich ihnen von meinem „Weg“ erzählte. Ich habe auch nicht in einem warmen Raum oder gar einem „Bett“ schlafen können, was diese „Trennung“ noch etwas (körperlich) schmerzhafter machte. Jedes Mal wenn ich durch die Haustür ging, hatte ich die „alten Bilder“ vor Augen. Hier stand die Kommode, dort die Schrankwand, da war mal ein Sofa, da stand meine Spiele-Sammlung. Es war wie „heim kommen“ nur ohne Möbel und manches Mal spielte mir meine Vorstellungskraft Streiche. Ich erwartete das meine Tochter jeden Moment aus ihrem Zimmer kam und mir um den Hals fiel, was nicht passierte und die Stille erdrückend wurde. Meine beste Freundin stand mir in dieser Zeit bei. Ein Danke genügt dafür nicht, weil es mehr war als nur „Begleitung“ und „für einander da“ sein.

Und irgendwann ist auch das letzte Regal an der Wand und es geht in einem um, wie man den Tag nun füllt. Routiniert um 6:30 aufstehen, Gewicht checken, frühstücken, Haushalt. Ja ich bin wirklich reinlich geworden und der tägliche Kampf gegen den Staub & Dreck (und das Gewicht) gibt zumindest sowas wie Struktur. Dann an den Schreibtisch, Papierkram erledigen, Sets vorbereiten, mit meiner besten Freundin schreiben und später telefonieren, wenn es sich ergibt. Aber es gibt Phasen wo die Routine „Lücken“ bekommt. Irgendwann ist die Wohnung so sauber, das man nichts mehr zu putzen oder etwas zu dekorieren hat. Dann kommt sie, vorhersehbar und nicht zu füllen: die Leere, die Stille, die fehlende Resonanz. Ich bin nicht der Couchpotato, der stundenlang einfach dekorativ herumliegen kann (für wen auch?). Ich weigere mich den Fernseher anzuschalten um mich berieseln zu lassen. Ich könnte jetzt den ganzen Tag mit „sinnlosem Spielen“ verbringen oder in SL rumhängen, wo ohnehin nichts passiert wenn man sich nicht selbst bewegt. Wie schon gesagt, ich laufe niemandem hinterher. Die Kontakt mit mir wollen, dürfen sich gerne auch mal selbst bewegen. Ich muss was „tun“, sowohl kreativ als auch strukturiert sonst renne ich die Wände hoch.
Also schreibe ich Texte um meine Gedanken zu sortieren. Das kennt ihr ja von mir mittlerweile. Diese schon geschrieben Texte, habe ich nun auf einem eigenen Blog „archiviert“. Damit auch die, die außerhalb von Facebook unterwegs sind, diese lesen können. Die Domain „schlummert“ schon ein paar Jahre vor sich hin ohne das sie eine „Bestimmung“ hatte. Jetzt kann ich sie sinnvoll verwenden. Und trotzdem bleiben Fragen offen. Werde ich wieder einen Job finden, der mich „erfüllt“? Bewerbungen schreibe ich ja bereits täglich, aber wir wollen ehrlich sein: Als Ex-Selbstständiger wird es schwer und verständlicher Weise ist da eine gesunde Skepsis, ob man sich „unterordnen“ und integrieren kann. Das Alter ist auch dann meist so eine Sache. Am besten 30 Jahre jung, Studiert und 40 Jahre Berufserfahrung (ohne KI, versteht sich). Das kann ich nicht liefern, Sorry.
Es wird alles gerade etwas „schwieriger“ und gleichzeitig auch „leichter“. Vielleicht ist das auch nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu meinem Neuanfang. So etwas wie ein „Anlauf nehmen“ um das Ziel am Ende auch zu erreichen. Zumindest verschafft mir jetzt diese „Pause“ genügend Zeit um Anzukommen und mir etwas neues aufzubauen. Auch hier ein Danke an die, die mich in dieser Zeit begleiten. Ihr seid toll!
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