Vor ein paar Wochen habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was Freundschaft für mich eigentlich bedeutet und diesen einen besonderen Menschen gefunden. Das ist nicht so ganz richtig, er war ja immer irgendwie da. Wir kennen uns eigentlich schon 6 oder 8 Jahre. Vier davon sind wir über die FL verbunden. Es war ein eher loser Kontakt aber immer mit einem gewissen Interesse am „Leben“ des Anderen. Auch wenn es nur kurze Momente waren, es gab ein gewisses „Grundvertrauen“ in den Anderen. Das änderte sich vor ungefähr 11 Wochen, als ich das erste Mal nach langer Zeit wieder in SL sein konnte. Ich wollte eigentlich nur kurz Bescheid geben, das ich wieder da wäre und daraus entwickelte sich etwas, das ich so nicht erwartet habe. Wir tauschten, in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit noch schnell unsere Discord-Kontakte aus. Am darauf folgenden Tag „telefonierten“ wir das erste Mal. Drei Stunden lang. Wir lachten viel und es tat so gut, einfach mal nicht an das was in diesem Moment bei mir passierte denken zu müssen. Vor allem bemerkten wir das wir doch relativ ähnlich sind in unseren Interessen und dem wie wir manche Dinge sehen.
Seit diesem Tag passierte viel. Stundenlange Gespräche, Austausch von Telefonnummern, Begleitung durch die Höhen und Tiefen des Lebens, täglich, konstant, gegenseitig, mit Raum zum Sein und Bleiben, aber auch Freiräumen die man einfach auch mal braucht. Dem Wissen gewählt zu werden, gewollt und gemocht zu sein ohne sich dafür Verbiegen zu müssen. Sein zu dürfen wie man ist und so auch akzeptiert und respektiert zu werden. Wir haben eine gewisse Distanz die wir nicht so einfach überbrücken können, weil wir in unterschiedlichen Ländern leben und doch fühlt sich jeder Tag an, als wäre man beieinander und sich nahe. Selbst wenn es mal wirklich schwierig wurde, konnten wir uns aufeinander verlassen und haben uns gegenseitig unterstützt, getragen und gehalten. Es hat nie Mühe gekostet, keine Selbstaufgabe oder Unmengen an Zeit verschlungen. Zeit ist ohnehin nur eine Maßeinheit. Wir können stundenlang miteinander reden und manchmal fragt man sich wo die letzten 5 Stunden geblieben sind, wenn man gemeinsam am Telefon einschläft. In dieser Verbindung steckt unendlich viel Ruhe und Tiefe. Aber auch Leichtigkeit und Humor. Vor allem aber Interesse, Vertrauen, Verlässlichkeit und Verbundenheit. Und ja, auch Zuneigung, Fürsorge und Wärme.

Wenn man mich heute Fragen würde „Und wie stellst du dir Freundschaft vor?“ Dann ist es mit einem Satz zu sagen: Freundschaft fühlt sich stimmig an wenn man sein kann wie man ist und man sich gegenseitig trägt. Ich glaube das dieses nicht auf jeden Zutreffen kann. Dafür definiert, wie ich bereits gesagt habe, jeder Freundschaft anders. Aber es gibt eben diesen einen Freund der dich liest wie ein offenes Buch und dich lesen lässt damit du lernst ihn zu verstehen. Das bedeutet viel Ehrlichkeit dem anderen gegenüber und, wie gesagt, Vertrauen.
An dieser Stelle möchte ich diesem Menschen danke sagen. Dafür das du „immer für einander da sein“ lebst, dafür das du mich „Vollidioten“ in dein Leben und daran teilhaben lässt. Dafür das du mir das Vertrauen in Freundschaft zurück gegeben hast und mich nimmst wie ich bin. Dafür das du mir bewiesen hast, das Freundschaft so wie wir sie für uns sehen, keine Mühe oder Arbeit kostet und für dieses unendliche Vertrauen das du mir schenkst und das ich dir zurückgeben kann. Dafür das wir uns offen sagen können, was wir fühlen und wie es uns wirklich geht. Dafür das wir auch unsere schwächsten Momente offen teilen können. ohne Missverstanden oder gewertet zu werden. Für die Verbundenheit und dem Gefühl angenommen zu werden.
Danke für diese Freundschaft. Danke für Dich!
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